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| | Guten Morgen Oft werden wir gefragt, wie es mit der Umsetzung der Stadtklima-Initiativen laufe. Am Freitag war ich an einem Anlass, der die Abstimmungen konkret macht: In Seen soll ein Klimaquartier entstehen.
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| Das Verkehrskonzept interessierte mit Abstand am meisten. Projektleiterin Ilona Meili erklärt es den Anwesenden. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Seen ist ein Stück näher an seinem Klimaquartier |
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| Zwei Quartiere will die Stadt weitgehend vom Autoverkehr befreien und die Strassenräume damit für Anwohnende öffnen. Die Idee stösst auf Zuspruch ‒ aber es gibt auch kritische Stimmen. von Tizian Schöni |
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| Als die Seemer:innen 1648 den Grundstein für ihre Kirche legten, taten sie das direkt an der Lebensader des kleinen Weilers, der Tösstalstrasse. Natürlich: Alle wichtigen Gebäude, vom Gemeindehaus bis zur Wirtschaft, suchten damals die Nähe zu den Verkehrswegen. Wenn die Bewohner:innen des Stadtteils heute noch einmal wählen könnten, würden sie die Kirche wohl abseits der Verkehrsachse platzieren ‒ auch wenn sie dafür ein paar Meter weiter gehen müssten. Denn die Beliebtheit der Strasse hat stark zugenommen ‒ und statt Fussgänger:innen und vereinzelter Pferdefuhrwerke befahren sie heute täglich über 13’000 Autos. |
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| | «Wir haben gar keinen richtigen Ortskern.» Anwohnerin in Seen |
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| «Wir haben gar keinen richtigen Ortskern», sagt eine Besucherin am Freitag im Kirchgemeindehaus. Dort hat die Stadt zu einem Anlass geladen, an dem sie genau das schaffen will: einen Raum für «Aufenthalt, Begegnung, Hitzeminderung und sicheren Velo- und Fussverkehr», wie es auf der Projektwebsite heisst. Klimaquartiere nennt das Tiefbauamt das Konzept, das ursprünglich aus Barcelona stammt. Dort fassten Planer:innen mehrere der charakteristischen Blocks zusammen und gestalteten die Strassen im Innern verkehrsberuhigt, was Raum für andere Zwecke frei macht. In Winterthur haben die Projektverantwortlichen Quartierteile im Eichliacker, in Oberi, in Neuwiesen und eben in Seen dafür ausgewählt. |
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| Innerhalb des Klimaquartiers soll es Begegnungszonen und Einbahn-Strassenführungen geben. (Grafik: WNTI) |
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| Konkret sollen die Schwerzenbach- und Hinterdorfstrasse zur Einbahnstrasse werden. An zwei Stellen sind Begegnungszonen geplant, in denen Tempo 20 gilt und Fussgänger:innen Vortritt haben. Ausserdem befindet sich in der Hinterdorfstrasse der Kindergarten Seen. «Eigentlich gibt es bereits heute ein Fahrverbot für Autos», erklärt Projektleiterin Ilona Meili. Quartierbewohner:innen hätten aber zurückgemeldet, dass es regelmässig missachtet werde. Der Mitwirkungsanlass ist nicht die erste Veranstaltung, mit der die Stadt den Anwohner:innen die Klimaquartiere näherbringen will. Im Juni waren in allen Gebieten für einen Tag die Strassen für Autos gesperrt. Auch das Tiefbauamt war vor Ort, informierte und holte Meinungen ab. Zudem gab es eine Umfrage innerhalb der potenziellen Klimaquartiere. Etwas grossspurig verkündete die Stadt nach deren Auswertung Ende August, die Zustimmung für die Massnahmen liege bei über 90 Prozent. Erst beim genauen Studium der Resultate stellt sich heraus, dass der Rücklauf bescheiden war. Auf Nachfrage von Stadtparlamentarier Dani Romay (FDP) gab Bauvorsteherin Christa Meier (SP) die Quote bekannt: In Seen wurden Flyer in etwa 500 Haushalte verteilt, Rückmeldungen gab es 40. |
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| Auf Post-Its hinterliessen die Anwohner:innen ihre Anliegen und Rückmeldungen. (Bild: Tizian Schöni) |
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| «Wenn es so kommt, kann der Reusser zutun», sagt ein Mann, der skeptisch auf das Plakat mit der geplanten Verkehrsführung schaut. Reusser heisst eine Autogarage, die künftig direkt an der Begegnungszone liegen würde. Ein anderer sagt, er habe gerade eben seine Steuererklärung abgegeben. «Jetzt will ich wissen, was sie mit dem Geld machen.» Auf einem Plakat hinterlässt er zwei Post-Its mit kritischen Bemerkungen. Die Mitarbeiterinnen der Stadt scheuen sich nicht vor der Kritik. «Wir haben vor den Anlässen alle ansässigen Gewerbler abtelefoniert, damit sie kommen», sagt eine. In Seen hätten sich nur gut 40 Personen angemeldet, in Oberwinterthur seien es 100 gewesen. «Da ging die Post ab.» Von den vier Quartieren haben die Planer:innen diese beiden ausgewählt. Die beiden anderen sollen ab 2030 weiterverfolgt werden. «Ich finde es toll, dass sie das bei uns machen wollen», sagt eine Frau. Ihr Bub müsse auf dem Weg zum Kindergarten über die Hinterdorfstrasse. Er werde die Umsetzung zwar nicht mehr erleben. «Aber sie vielleicht schon», sagt sie und deutet auf das Baby auf ihrem Schoss. |
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| | | | English Comedy Night is back in Winterthur! Erlebe britischen Humor von Erich McElroy und Harry Fücks live am 8. Oktober ab 19.00 Uhr in der KOPFBAU Eventlocation Winterthur. |
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| | | | Stadtwerk zahlt weniger für Solarstrom-EinspeisungDer Stadtrat senkt die sogenannte «Festpreisvergütung» für 2027 um rund zehn Prozent. Das betrifft Eigentümer:innen einer PV-Anlage. Strom, den sie nicht selbst speichern oder verbrauchen, speisen sie zurück ins Netz. Dafür zahlt Stadtwerk ab dem nächsten Jahr weniger Geld. Für eine «durchschnittliche PV-Anlage» eines Einfamilienhauses sind das im Jahr rund 40 Franken weniger, wie es in der Medienmitteilung vorgerechnet wird. Der Stadtrat begründet dies mit den gesunkenen Stromkosten. Die Senkung soll auch dazu anregen, mehr Strom selbst oder in lokalen Elektrizitätsgemeinschaften zu verbrauchen. |
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| | Weitere Kurz-NewsStadtbus ersetzt 23 Gelenktrolleybusse: Stadtbus kann für rund 33 Millionen Franken neue Fahrzeuge beschaffen. Das geht aus einem Beschluss des Stadtrats hervor. Bis spätestens 2030 sollen die Fahrzeuge schrittweise durch neue der Firma Hess aus Bellach (SO) ersetzt werden. Für die Stadt Winterthur entstehen keine direkten Kosten, weil der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) die Kapital- und Betriebskosten der Fahrzeuge übernimmt. Neue PV-Anlage auf Schulhaus: Der Stadtrat hat an seiner letzten Sitzung einen Kredit über 124’000 Franken für die Erstellung einer Solaranlage auf dem Schulhaus Rychenberg gesprochen. Sie soll auf «verschiedenen Dächern» des Modulbaus installiert werden. Das Geld wird einem 2012 vom Volk bewilligten Rahmenkredit zur Produktion von Strom aus erneuerbarer Energie entnommen. Über psychische Gesundheit spricht man doch nicht: In sechs Poetry-Slams will «Textstörung» über psychische Gesundheit sprechen: mit Texten von Betroffenen, Gesprächen mit dem Publikum und Fachinputs. Immer am zweiten Donnerstag des Monats im Lok.al. Der erste Termin ist am Donnerstag, 8. Oktober, um 19.30 Uhr zum Thema Angststörungen. (lf) Ortsverein Seen sucht Präsident:in: Seit April ist das Amt des Präsidenten im OV Seen unbesetzt, der Vereinsvorstand ist weiterhin auf der Suche nach einer Seemer:in für das Präsidium. Das geht aus der Septemberausgabe des «Seemer Boten» hervor. Denkbar wäre laut dem Vorstand auch ein Co-Präsidium oder eine andere Aufgabenverteilung im Gremium. Interessierte können sich unter praesident@seen.ch melden. |
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| 30 Jahre Salzhaus, 30 Jahre Salzhits! Am Freitag, 23. Oktober, feiert das Salzhaus Geburtstag mit Hits von 1996 bis 2026: «Nach ‹Boom, Boom, Boom, Boom!!› verlassen wir die ‹Old Town Road› und schmeissen uns 30 Jahre später wieder in Schlaghosen, Crop Tops und Adidas-Trainer. Auf dem E-Scooter flitzen wir mit Bruno Richtung Mars. Wir kaufen unsere Flowers selbst, kreisen die Hips und bringen auch mit dreissig noch viiiiel SexyBack.» |
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| Das WAV braucht dich
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| Das WAV unterstützt auch WNTI: Gemeinsam mit dem Recherchekollektiv werten wir die Grundbuchdaten aus. (Bild: WAV) |
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| Hilf dem WAV-RecherchekollektivIch weiss ‒ schon wieder ein Crowdfunding-Aufruf. Aber damit Journalismus für alle frei zugänglich sein kann, braucht es Leser:innen, die solidarisch sind und ihr Portemonnaie für eine gute Sache zücken. Gute Sachen produziert das WAV Recherchekollektiv regelmässig ‒ und immer gemeinsam mit Partnermedien. Zum Beispiel stellte das Team mit der Republik 59 Öffentlichkeitsgesuche an Schweizer Behörden. Mit den daraus erhaltenen Dokumenten konnten sie aufzeigen, wie das US-Tech-Unternehmen Palantir Schweizer Behörden umwirbt. Palantir stellt moderne Überwachungssoftware her, die aus Daten von Mobilfunkbetreibern und sozialen Medien beispielsweise Bewegungsprofile von Personen erstellt. Auch WNTI leiht das WAV seine datenjournalistische Expertise ‒ etwa bei unserer Grundbuchrecherche. Bereits seit fünf Jahren deckt das WAV Missstände und Skandale auf und hilft kleinen Medien (wie uns) mit investigativem Journalismus. |
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| | Nun ist der Herbst definitiv da. Und damit auch das Kultur-Trio aus Designgut, Jungkunst und Kurzfilmtagen. Die beiden letzteren feiern übrigens ‒ genau wie das Salzhaus, das Kraftfeld und das Gaswerk ‒ ein rundes Jubiläum. Einen kraftvollen Start in die Woche, Tizian |
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