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Liebe Demokratie-Doyens Heute können wir euch «leider» nur einen kurzen Parlamentsbrief bieten ‒ die Politik tagte nur halb so lange wie üblich. Dafür wirbelten zwei der drei Traktanden doch ziemlich Staub auf.
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| Noch ist die rote Bühne hinter hohen Mauern versteckt. Mit deren Abbruch wird das Areal wieder geöffnet. (Visualisierung: Stadt Winterthur) |
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Die «Krönung» des Stadtgartens kann kommen |
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Das ehemalige Sommertheater kann saniert werden: Am Montag sprach das Parlament mit 45:7 Stimmen einen Nachtragskredit für das diesjährige Budget. Den Betrieb wird der Musikverband übernehmen, die Bühne soll aber auch für andere Kleinkunst offen sein. von Tizian Schöni |
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Es ist selten, dass ein SVP-Fraktionssprecher lobende Worte für den Finanzvorsteher Kaspar Bopp (SP) findet. Aber: «Die sorgfältige Aufarbeitung und die klare Darstellung des Geschäfts durch den Stadtrat haben uns überzeugt», sagte Michael Gross gestern im Parlament. Er gebe zu: Seine Partei sei dem Kredit zu Beginn kritisch gegenübergestanden, und ein paar Revoluzzer würden bleiben. «Aber mehrheitlich konnte uns der Stadtrat überzeugen, dass das ein sinnvoller Kredit ist.» Auch Nicole Holderegger (GLP) sagte, ihre Partei sei zuerst skeptisch gewesen. Ihre Fraktion habe vor allem ein Augenschein vor Ort überzeugt. Tatsächlich ist das ehemalige Sommertheater in einem desolaten Zustand. Vier Jahre lang war die Kulturfläche dem Zerfall preisgegeben: 2022 hatten zum letzten Mal Schauspieler:innen auf der Bühne des Sommertheaters gestanden (WNTI berichtete). |
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| Der Ist-Zustand: Seit vier Jahren fanden im Sommertheater keine Anlässe mehr statt. (Bilder: Stadt Winterthur) |
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Eigentlich hatte das der Stadtrat bereits dieses Jahr ändern wollen. Für das Budget 2026 hatte er 740’000 Franken beantragt, um die Anlage aufzufrischen und die Lärmschutzmauer auf Seite Stadthausstrasse abzureissen. Die «Bühne am Stadtgarten», wie die Anlage früher hiess, sollte, gerecht aller denkmalpflegerischen Ansprüche, wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Doch den Bürgerlichen war dieser Plan zu wenig konkret. Erst solle die Stadt wissen, wer die Bühne überhaupt bespiele, bevor man sie umbaue. Der Kredit fiel mit 28 gegen 26 Stimmen aus dem Budget. Dass der Musikverband der Stadt Winterthur (MVSW) die Bühne künftig nutzen würde, war der Stadt damals längst bekannt. Schon im Juni 2025 sei man vom Amt für Kultur angefragt worden, sagte dessen Präsident Matias Duvaud dieser Redaktion. Doch ein vollständiges Konzept konnte der Verband erst im Februar 2026 nachreichen. Nun hat das Amt für Kultur auf dessen Basis Nutzungsrichtlinien erarbeitet. |
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| Mit 45 gegen 7 vereinzelte Stimmen wurde das Geschäft deutlich angenommen. (Grafik: WNTI) |
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Demnach soll der Musikverband die Bühne einerseits selbst bespielen, im Gegenzug organisiert er dafür die Vergabe der Lokalitäten an weitere nicht-kommerzielle Akteur:innen. Der Verband ist ausserdem verantwortlich für die Einhaltung der Auflagen. Bei der FDP kamen darüber leichte Zweifel auf. «Anspruchsvoll, aber tragfähig» beschrieb Felix Helg das Nutzungskonzept. Auf jeden Fall ist die Stadt mit dieser Regelung punkto Lärmschutz fein raus. Wie sich der Rückbau der Mauern auf die nächtliche Ruhe der Altstadt-Bewohner:innen auswirken wird, muss sich noch zeigen. Der Bewohnerverein hatte bereits Bedenken geäussert. Die Nutzung der Bühne wird kostenlos sein, entsprechend können die Mieter:innen auch keine Eintrittspreise verlangen, nur eine Kollekte ist zulässig. Die linke Ratshälfte stand der Sanierung geschlossen entsprechend positiv gegenüber. Marilena Gnesa (SP) betonte den Wert einer nicht kommerziellen und breit angelegten Nutzung. Und Miguel Bachmann (AL) sprach sogar von einer «Krönung» für den Stadtpark. Der Pilotbetrieb mit dem Musikverband soll über drei Jahre laufen, Zielgrösse sind 30 Veranstaltungen pro Jahr. Gestern genehmigte das Parlament nur den Nachtragskredit von 300’000 Franken für 2026, für das kommende Jahr werden noch einmal 640’000 Franken ins Budget eingestellt. |
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| So soll das Technorama ab 2030 aussehen. (Bild: zvg) |
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4 Millionen Franken für das Technorama |
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Das Technorama wird für 60 Millionen Franken saniert und erweitert. Den Kredit von vier Millionen Franken, mit dem sich die Stadt am Projekt beteiligt, nahm das Parlament gestern einstimmig an. von Linus Fischer |
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Nach 40 Jahren Betrieb und über 360’000 Besuchenden pro Jahr sah Parlamentarier Christian Della Sega (SVP) einen grundlegenden Handlungsbedarf beim Technorama: «Die Haustechnik ist in den 80er-Jahren stecken geblieben», erklärte er dem Stadtparlament. Die Stiftung Technorama stellte der Stadt ein Gesuch für sechs Millionen Franken, angesichts der angespannten Lage der Stadt sei dieser Beitrag auf vier Millionen Franken reduziert worden, hiess es vom Stadtrat. Weitere 14 Millionen Franken stammen vom Kanton. Das restliche Geld kommt über eigene Quellen, Stiftungen, Private oder Unternehmen wie die neue Hauptsponsorin ZKB (WNTI berichtete), zusammen. |
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| «Kultur ist nicht auf einem Excel-Sheet ablesbar.» Stefan Fritschi (FDP), Stadtpräsident |
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Warum die öffentliche Hand nur rund ein Drittel des Projektes übernimmt, war für Iris Kuster (Mitte) nicht verständlich. Sie zog einen Vergleich: «Der FCW zahlt ein bisschen über 10 Prozent für die Schützenwiese.» Wieso das Technorama deutlich mehr selbst bezahlen müsse, verstehe sie nicht. Stadtpräsident Stefan Fritschi (FDP) sah das anders: «Kultur ist nicht auf einem Excel-Sheet ablesbar.» Er plädierte für eine Abwägung der Investitionen, ohne bloss auf die Wertschöpfung zu achten. Das Geschäft wurde ohne Nein-Stimme angenommen. Im Falle dafür, dass die nötigen Gelder nicht aufgetrieben werden könnten, bietet der Kanton ein zinsgünstiges Darlehen von zehn Millionen Franken an. Die Möglichkeit sei jedoch nicht erstrebenswert, sagte der Stadtrat. Grundsätzlich finanziert sich das Technorama zu rund drei Viertel selbst, über Eintritte, Aktivitäten oder Mieten. Die restlichen Erträge stammen aus Beiträgen der Wirtschaft, von Stiftungen, Privaten und der öffentlichen Hand. Die Stadt beteiligt sich jährlich mit rund 850’000 Franken am Lern- und Erlebnisort, rund sechs Prozent des Gesamtertrags. Die Umbauten starten im August 2027, mit einer Wiedereröffnung wird im Sommer 2030 gerechnet. Während der Bauphase bleibt das Hauptgebäude zwei Jahre geschlossen und Besuchende müssen sich mit Provisorien und dem Park zufriedengeben. |
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Das ist die Parlamentarier:in des Tages
 | Miguel Bachmann (AL) und Cristina Brunel (SP) |
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| Miguel Bachmann und Cristina Brunel wurden in der gestrigen Parlamentssitzung verabschiedet. Beide treten per 30. September aus beruflichen Gründen aus dem Gremium zurück, Bachmann wechselt ausserdem seine Wohngemeinde und kann deshalb nicht im Gremium bleiben. Er habe nach der Zeit hier viel mehr Respekt für die Arbeit als vorher, sagte er vor dem Parlament in wenigen Worten. Eigentlich hatte er eine Rede vorbereitet, aber die fünf Minuten wären dann doch zu lange gewesen. Bachmann war seit 2025 Mitglied des Parlaments. Sogar zweimal im Amt war Cristina Brunel. Nachdem sie 2019 ins Parlament nachgerutscht war, wurde sie bei den Erneuerungswahlen 2022 nicht wiedergewählt und rutschte Mitte 2025 erneut nach. Zuletzt war sie Präsidentin der Sachkommission Bildung, Sport und Kultur gewesen. |
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Spiele gibts jetzt in der Bib ‒ zu einem hohen Preis |
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Das Ludotheken-Sortiment wird in die Winterthurer Bibliotheken integriert. Eine gute Lösung für das Parlament ‒ eine mässige für die Ludothekarinnen. von Tizian Schöni |
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Ursprünglich hätte das Angebot der Winterthurer Ludotheken radikal zusammengestrichen werden sollen (WNTI berichtete). Mit 130’000 Franken an jährlichen Beiträgen waren die Spielverleihe der Stadt zu teuer. Eine Petition der Trägervereine zur «Rettung der Ludotheken» mit über 5000 Unterschriften löste darauf verschiedene parlamentarische Vorstösse aus. Einstimmig nahm das Parlament gestern das Kondensat dieser Bemühungen positiv zur Kenntnis. Die Redner:innen der Fraktionen sparten auch nicht mit Anerkennung für die Ludothekarinnen. In der Postulatsantwort fiel sie hingegen bescheiden aus. Die Anliegen der Frauen seien zu wenig berücksichtigt worden, sagte Katharina Frei-Glowatz (Grüne). Zusätzlich zu den tausenden geleisteten Stunden Freiwilligenarbeit hätten die Ludothekarinnen für die Neustrukturierung nun auch noch an zig Workshops mit der Stadt teilgenommen. «Im Gegenzug mussten sie Informationen und Protokolle teilweise einfordern.» Es sei wohl nicht immer eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe gewesen. Auch das Resultat löse eine «halbherzige» Freude aus, so die Postulantin. Ein 17-seitiges Konzept schlägt die Integration des Ludotheken-Bestands in jenes der Bibliotheken vor. Rund 6000 Spielsachen, vom Playmobil-Piratenschiff bis zum Stofftier, zügeln also bald zu Winbib. Der Aufwand für die Integration wird aktuell auf jährlich 180’000 Franken geschätzt ‒ das ist mehr, als die ehrenamtlich arbeitenden Trägervereine bisher erhielten. Mittelfristig sollen die Kosten durch eingenommene Gebühren zwar kompensiert werden. Aber eine abschliessende Kostenschätzung, wie viel das Angebot nach der Übergangsphase kostet, ist laut Stadtrat noch nicht möglich. |
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6:59:51 war die Zeit des Teams Stadtparlament an der Sola-Stafette. Damit waren sie elf Minuten schneller als Team Stadtbus und wurden 43. von 147 Teams. Gratulation! Vielleicht gibt es ja nächstes Jahr auch ein WNTI-Team… Bis bald, Tizian und Linus |
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