|
| | Guten Morgen 27’622 Franken haben wir im Crowdfunding zu unserer Grundbuch-Recherche gesammelt, 459 Leser:innen haben uns ihr Geld gegeben. Eine gute Gelegenheit, dir als Spender:in oder WNTI-Mitglied einmal mehr zu danken. Eure Beiträge finanzieren unseren Betrieb zu zwei Dritteln. Merci!
|
|
|
|
| Das Farbfotografie-Depot der Fotostiftung. (Bild: Dominique Meienberg / Fotostiftung Schweiz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Weniger Ausstellungen ‒ dafür rettet die Fotostiftung ihre Bilder |
|
| Die Fotostiftung macht ab dem kommendem Jahr keine grossen Ausstellungen mehr und widmet sich stattdessen ihren Archivbeständen. Das ist wichtig ‒ geschieht aber auch nicht ganz freiwillig. von Tizian Schöni |
|
| Bern hat die Nationalbibliothek, Zürich das Landesmuseum. Dass in Winterthur ebenfalls ein Teil des nationalen Gedächtnisses der Schweiz liegt, geht gerne vergessen. Dabei ist er gigantisch: 3,5 Millionen Objekte zählen alleine die Archive, daneben gibt es weitere Fotografien, Negative und Prints aus Teilbeständen oder überlassenen Sammlungen. «Diesen Schatz können wir nun heben», sagt Katharina Rippstein. Am Freitag luden die Co-Direktorin und ihre drei Kolleginnen in die Räumlichkeiten an der Grüzenstrasse. Bevor man ins Büro gelangt, durchquert man die jüngste Ausstellung der Fotostiftung. Sie ist dem Schweizer Fotografen Andri Pol gewidmet, der dieses Jahr 65 Jahre alt wird. |
|
|
| V.l.: Die Co-Direktorinnen Katharina Rippstein, Kerstin Camenisch, Teresa Gruber und Madleina Deplazes. (Bild: Dominique Meienberg / Fotostiftung Schweiz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Pol vertraute der Stiftung das komplette Archiv seines Schaffens an ‒ genauso wie 159 weitere Fotograf:innen, Firmen oder Agenturen, die ihre Bestände übergaben. «Lange kannten wir diese Zahl gar nicht», sagt Madleina Deplatzes, die im Gremium für Archiv und Sammlungen zuständig ist. Ein Vorprojekt, das vor kurzem abgeschlossen wurde, habe ihnen einen Überblick verschafft. Nun wollen die vier die Erschliessung anpacken. Die 160 Archive sollen Stück für Stück gesichtet, geordnet, beschrieben und archivtauglich umgepackt werden. 100 Bilder pro Archiv will die Stiftung digitalisieren, verschlagworten und im Internet zugänglich machen. Dieses «digitale Schaufenster» soll vor allem Fachpersonen aus Wissenschaft, Medien und Kunst den Zugang zu den Archiven erleichtern. |
|
| | «Unsere Tür soll weiterhin offen bleiben.» Teresa Gruber, Co-Direktorin Fotostiftung |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Während sich die Sammlung über das Netz weiter öffnen wird ‒ schon heute sind rund 100’000 Objekte digitalisiert ‒ hat die Neuausrichtung für Winterthur eine Kehrseite. Der hauseigene Ausstellungsraum wird zu einem Arbeitsbereich umfunktioniert, in dem die Teams ab nächstem Jahr die Erschliessung in Angriff nehmen können. Grosse Ausstellungen werden in den Räumlichkeiten der Stiftung also nicht mehr stattfinden. Aber: «Unsere Tür soll weiterhin offen bleiben», sagt die Ausstellungsverantwortliche Teresa Gruber. In kleineren Werkstattausstellungen, Vortrags- und Gesprächsformaten wollen die Co-Direktorinnen die noch zu erschliessenden Bestände zeigen. Auch die Öffnungszeiten der umfangreichen Fachbibliothek blieben dieselben. |
|
|
| Im Online-Bildarchiv der Fotostiftung sind 50’700 Bilder verfügbar. (Bild: Fotostiftung Schweiz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Finanzielle Schieflage bewältigtGanz freiwillig passiert die Neuausrichtung nicht, wie aus den letzten Jahresberichten der Stiftung hervorgeht. Die Bilanz zeigte Ende 2025 flüssige Mittel von gerade noch 45’000 Franken ‒ alleine die monatlichen Personalkosten der Stiftung waren fast doppelt so hoch. Diese beunruhigende Finanzlage habe sich mittlerweile dank verschiedener Massnahmen stabilisiert, sagt Co-Direktorin Kerstin Camenisch auf Nachfrage. So wechsle man beispielsweise die Ausstellungen weniger oft. Die Verteilung des Direktionspostens auf die vier Mitarbeiterinnen dürfte ebenfalls eine Sparmassnahme gewesen sein. Noch bis im Sommer war die Führung eine eigene Stelle gewesen. Für das Erschliessungsprojekt habe man aber auch neue Geldgeber:innen gefunden, sagt Camenisch. Darunter den Lotteriefonds, die Ernst Göhner- oder die Anne-Marie-Schindler-Stiftung. Rund 70 Prozent der Fotostiftung finanziert die Öffentliche Hand, davon wiederum ein Grossteil der Bund. Dessen Leistungsauftrag läuft noch bis 2028, eine Verlängerung gelte als sicher, sagt Camenisch. Fotos retten, bevor sie zerfallenFür den Fokus auf die eigene Sammlung sprechen aber auch andere Gründe. «Wir können uns auf unseren Kernauftrag konzentrieren, andere Archive beneiden uns dafür», sagt Madleina Deplazes. Ausserdem drängt die Zeit für einen grossen Teil der Negativbestände, die vor 1970 belichtet wurden. Sie sind aus Zellulosenitrat oder Azetat, das selbst unter den idealen Bedingungen in den Archiven der Fotostiftung langsam zu zerfallen beginnt. Diese Bestände müssen gesichtet und digitalisiert werden, bevor sie unwiderruflich verloren gehen. |
|
|
| Darauf ist nichts mehr zu sehen: Ein «degradiertes» Nitratnegativ aus dem Martin-Hürlimann-Archiv. (Bild: Fotostiftung Schweiz) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Mit ihrer Neuausrichtung zieht sich die Fotostiftung zwar etwas aus der Stadt zurück. Gleichzeitig kann ihr aber ein Schritt in die Schweiz und die Welt hinaus gelingen. Wenn Sammlungsbestände besser erfasst sind, können sie besser verbreitet werden. Die Chance steigt also, dass Werke der Fotostiftung künftig vermehrt als Leihgaben in anderen Institutionen auftauchen werden. Und für Winterthurer:innen gibt es ein Trostpflästerli: Die neuen Werkstattausstellungen und Gesprächsreihen sind kostenlos. |
|
| | Gestern warben wir in «Was lauft» für den Klima-OL der 6. Klasse des Schulhaus Geiselweid. Allerdings mit dem falschen Datum: Er findet erst heute, ab 11.20 Uhr im Vögelipark (Lindengutpark) statt. Danke für die Korrektur, Svea! |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
| English Stand-Up Comedy im KOPFBAU Mit Erich McElroy aus London und Harry Fücks aus Zürich stehen am 8. Oktober erneut zwei internationale Comedians auf der Bühne in der KOPFBAU – Eventlocation Winterthur. Erich McElroy bringt seine scharfen Beobachtungen zu britischem Alltag und Politik mit und trifft auf Harry Fücks, der Singleleben, Vatersein und Technikchaos mit trockenem Humor auf die Bühne bringt. Türöffnung: 18.30 Uhr, Showstart: 19.00 Uhr |
|
| | Apropos Tickets… Wir verlosen 5x2 Tickets für die Show! |
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | | Ein Gerüst ohne Bauarbeiter:innen
Schon seit geraumer Zeit steht am ZHAW-Gebäude an der Technikumstrasse 71 ein Gerüst bis ins erste Obergeschoss. Ein versierter WNTI-Leser vermutete als ehemaliger Glasgutachter den «Spontanabbruch von Glas». Und es stimmt: «Es wurden Defekte an drei Fassadenelementen festgestellt», schreibt die Medienstelle der ZHAW auf Anfrage. Seither steht das Gerüst als Schutz von Passant:innen. Das Gebäude gehört der Siska ‒ die Immobilienfirma ist bekannt für ihr alterndes Portfolio. Erst im März hatte Geschäftsführer Günter Heuberger ein ausführliches Statement veröffentlicht. Demnach betrug der Sanierungsaufwand des Unternehmens in den letzten zehn Jahren rund 250 Millionen Franken. (Bild: Tizian Schöni) |
|
| | Illegale Nagellacke, Spritzen und Botox beschlagnahmt
Eine Gewerbekontrolle der Kantonspolizei stiess am Dienstag in einem Nagelstudio am Unteren Graben auf rund 2800 Nagellacke mit verbotenen Inhaltsstoffen. Ebenfalls stiessen die Polizist:innen auf Spritzen und Spritzennadeln, Botox-Präparate und weiteres Material. Laut der Mitteilung steht eine 39-jährige Schweizerin im Verdacht, kosmetische Behandlungen ohne die dafür nötigen Voraussetzungen durchgeführt zu haben. (Bild: Kapo ZH) |
|
| | Weitere Kurz-NewsRieter bekommt neuen CEO: Daniel Lippuner übernimmt die Führung des Konzerns ab dem 1. November. Das gab Rieter heute in einer Medienmitteilung bekannt. Sein Vorgänger Thomas Oetterli war sowohl Geschäftsleiter als auch Verwaltungsratspräsident gewesen. Neu werden die beiden Funktionen getrennt und Carl Illi, seit 2017 im VR, übernimmt das VR-Präsidium bis zur nächsten GV. Demokratische Improv-Musik: Bei «Yes, don’t Panic!» können sich die Musiker:innen gegenseitig Anweisungen schicken. Auch das Publikum darf beim Improvisationskonzert im Theater am Gleis dirigieren und über das Handy Befehle versenden. Die «Instant-Composing-Improvisation» findet am Sonntag, 4. Oktober, um 19 Uhr statt. (lf) Rilke kommt noch einmal vorbei: Im November 1919 reiste Rainer Maria Rilke in die Schweiz und hielt auf Einladung der Literarischen Gesellschaft eine Lesung in Winterthur ab. Ausserdem bot sich ein Besuch seiner Mäzen:innen an. Nanny Wunderly-Volkart und ihr Cousin, Werner Reinhart, verschafften dem Jahrhundertlyriker angenehme letzte Jahre im Schloss von Berg am Irchel oder im Schlösschen Muzot im Wallis. Am 3. und 4. Oktober finden zum 100. Todesjahr deshalb diverse Anlässe in und um Winterthur statt. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Wortwechsel: Stört ein Nacht-OL die Waldtiere?
 | Am Montag hatten wir eine Kurznews zu den Schweizermeisterschaften im Nacht-OL im Wintibrief. Daraufhin erreichten uns einige kritische Zuschriften. Stört ein Nacht-OL die Wildtiere unnötig? «Ich bin ziemlich irritiert. Der Wald ist eh schon gestresst. Die Tiere im Eschenbergwald haben wegen der dauerenden Holzerei tagsüber kaum Ruhe und jetzt noch ein Nacht-OL. Wohin fliehen die Tiere da noch? Für den Kick ist die Natur wohl nur als Kulisse gut.» Monika Rischar (via E-Mail) — Darauf haben wir beim Organisationskomitee der Schweizermeisterschaft und dem Jagdobmann für das Gebiet Eschenbergwald nachgefragt: — «OL ist eine niederschwellige Sportart ohne viel Ausrüstung, die jung und alt gleichermassen ausüben können. In intensiven und konstruktiven Sitzungen mit dem Jagdobmann haben wir grossangelegte Sperrgebiete verhandelt, die viel weitläufiger sind als bei anderen OLs. Das sind während des OL die Ruhezonen für die Wildtiere. Wir halten uns strikt an diese Auflagen. Zudem geht der Anlass bis maximal 23 Uhr, danach ist alles wieder aus dem Wald verschwunden.» Toni Patscheider, Organisationskomitee Schweizer Meisterschaft im Nacht-OL (OLC Winterthur) — «Wir hatten eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Organisation des OL und konnten eine Lösung finden, die die Störung der Tiere so tief wie möglich hält. Wir selbst jagen im Wald freiwillig seit 2021 nicht mehr in der Nacht, um die Tiere zu schonen. Deshalb fand ich die Idee eines Nacht-OLs zu Beginn speziell. Aber das Datum fällt nicht in die Setz- und Brutzeit und die Strecken machen einen Bogen um Dickichte, wo die Tiere in der Nacht liegen. Der Wald gehört allen und ist Naherholungsgebiet der Stadt Winterthur. Alle Gäste im Wald müssen sich richtig verhalten, dann mag es eine einmalige Sache wie diesen Nacht-OL gut leiden.» Harry Kohler, Jagdobmann Eschenbergwald |
|
|
| Am Nacht-OL im Eschenbergwald gibt es strenge Sperrzonen, die nur den Wildtieren gehören. (Bild: Sandro Anderes/Swiss Orienteering) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| | Die Fotostiftung digitalisiert ihre Bestände natürlich nicht erst seit gestern. Über 50’000 Bilder sind schon online einsehbar. Stöbern lohnt sich! Bis bald, Tizian |
|
| |
|
|
|
| |
|