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| | Guten Morgen Mir sitzt die Unfallmeldung vom Wochenende noch in den Knochen. Dass die Durchmischung von Fussgänger:innen- und Veloverkehr ein Problem ist, habe ich am Fototermin einmal mehr aus erster Hand erfahren ‒ mehr dazu im Text.
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| Der Unfall ereignete sich nicht in der scharfen Kurve auf Seite Rudolfstrasse, sondern in der Rechtskurve auf Seite Bankstrasse. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Nach dem Todesfall vom Wochenende: Blick auf die Velo-Sicherheit |
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| Pro Velo zeichnete Winterthur gestern abermals als fahrradfreundlichste Grossstadt der Schweiz aus. Überschattet wird die Kür von einem tödlichen Unfall in der Velounterführung. von Tizian Schöni |
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| Es ist ein Unfall mit tragischem Ausgang. Am Samstagabend kollidierte ein Velofahrer in der Velounterführung mit einem Fussgänger. Dieser verletzte sich derart schwer, dass er noch am Unfallort verstarb. Der genaue Hergang war auch gestern bei Redaktionsschluss noch Gegenstand der Ermittlungen der Stadtpolizei. Sicher ist, dass sich der Unfall nicht in der 90-Grad-Kurve bei der Rampe an der Rudolfstrasse ereignete, sondern im weiten Kurvenbereich auf Seite der Bankstrasse. Dies bestätigt die Stadtpolizei auf Nachfrage. Wer in welche Richtung unterwegs war, ist ebenfalls noch unklar. Seit der Eröffnung 2021 sei es im Tunnel bisher zu vier Vorfällen mit Verletzten gekommen, wie die Stadtpolizei gegenüber dem «Landboten» sagte. Als Unfallschwerpunkt gilt die Stelle aber nicht. Auch der Verband Pro Velo führt den Tunnel an sich nicht auf seiner Schwachstellen-Karte auf. Die Einfahrt an der Rudolfstrasse ist aber gekennzeichnet: «Fussgängerzugang zur Personenunterführung deutlicher signalisieren, damit sie nicht in die Velounterführung laufen», heisst es in der Beschreibung. Tatsächlich ignoriert ein Passant das Fussgänger:innenverbot genau dann, als der WNTI-Journalist für ein Foto vor Ort ist. Rufe und Handzeichen von Velofahrenden bewegen den Mann schliesslich zur Umkehr. |
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| Nein, dieses Bild ist nicht gestellt: Ein Fussgänger übersieht das oben rechts signalisierte Verbot. (Bild: Tizian Schöni) |
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| In den Kommentarspalten der berichtenden Medien überschlagen sich Autor:innen mit Vorschlägen, wie die Sicherheit in der Unterführung zu verbessern wäre. Insbesondere von zusätzlichen Verbotssignalen für Fussgänger:innen war zu lesen. Denn während auf der Seite der Bankstrasse ein grosses Verbotsschild auf dem Boden prangt, fehlt dieses an der Rudolfstrasse. Das Baudepartement antwortete auf Anfrage weder darauf, ob seit der Eröffnung zusätzliche Sicherheitsmassnahmen ergriffen wurden, noch, ob sich etwas in Planung befindet. Man zeige sich betroffen über den tödlichen Unfall und verfolge die laufenden Ermittlungen. Dass sich in der Rudolfstrasse Fuss- und Veloverkehr ungesund vermischen, ist bekannt und wird beispielsweise auf der Plattform «Stadtmelder» immer wieder kundgetan. «Die Begegnungszone trägt der Bedeutung des Veloverkehrs in diesem Bereich überhaupt nicht Rechnung», sagt Adrian Meyer von Pro Velo. Er fordert eine bessere Trennung und Signalisation, auch bezüglich der Fussgänger:innen, die die Rampe zum Velotunnel als Fussgängerunterführung fehlinterpretieren. |
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| Die Unfallzahlen mit Velos und E-Bikes stagnieren in Winterthur, die Anzahl schwerer Unfälle sinkt sogar. (Bild: Tizian Schöni) |
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| Seit 2021 starben in Winterthur insgesamt vier Personen im Zusammenhang mit Unfällen, bei denen mindestens ein Fahrrad involviert war, den aktuellen Fall mitgezählt. Zuletzt stiessen im April 2025 zwei Velofahrerinnen auf der Rudolfstrasse zusammen, unweit der aktuellen Unfallstelle. Die jüngere Frau blieb unverletzt, die 72-jährige Lenkerin erlitt jedoch schwere Kopfverletzungen und verstarb später im Spital. Ein Blick auf die Verkehrsunfallstatistik der Stadt zeigt aber: Obwohl der Velo-Anteil am Gesamtverkehr langsam, aber stetig steigt, bleiben die Unfallzahlen stabil oder sinken sogar leicht. Auch auf Kantonsebene ist dieser Trend ablesbar. Das Sicherheitsgefühl der Velofahrenden hingegen könnte besser sein. Zumindest, wenn man sich die gestern veröffentlichte Umfrage des Verbands Pro Velo anschaut. Dieser erhebt alle vier Jahre die Zufriedenheit der Velofahrer:innen in Schweizer Städten, wozu er in der Stadt 767 Personen befragte. Winterthur erhält bei der Sicherheit mit der Bewertung 4,0 lediglich ein «genügend». Trotzdem bleibt Winterthur die fünfte Erhebung in Folge Spitzenreiterin unter den Grossstädten und erreicht als einzige Stadt mit mehr als 100’000 Einwohnenden in allen sechs Kategorien des «Prix Velo» eine genügende Note. Bewertet werden nebst der Sicherheit das Verkehrsklima, der Komfort, das Wegnetz, die Abstellplätze und der Stellenwert des Velos als Verkehrsmittel. |
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| | Schon wieder ein Fehler! Stefan Fritschi war, anders als im gestrigen Text behauptet, nie Finanzvorsteher. Zur Zeit der Schliessung der Sauna im Schwimmbad Geiselweid war er Vorsteher des Departements Schule und Sport. |
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| | | Stadt wird zur Japankäfer-PufferzoneVor diesem Schädling sollten Landwirte und Kleingärtnerinnen zittern. Denn der Japankäfer frisst so ziemlich alles, was ihm in Europa vor die Fühler kommt. Eine erste Population nördlich der Alpen gibt es seit 2023 in Kloten. Nun wurden erstmals auch Käfer ausserhalb der Flughafenstadt gefunden. Um den Schädling einzudämmen, verlangt der Bund die Ausweitung der Befalls- und Pufferzone. Letztere trifft nun auch den Siedlungsrand von Wülflingen. Aus der Pufferzone heraus darf im Sommer kein Grüngut transportiert werden, ausserdem gibt es Auflagen für den Transport und Verkauf von Pflanzen. |
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| | Hochkarätige Autor:innen lesen vorDorothee Elmiger gewann mit ihrer Erzählung «Die Holländerinnen» gerade den Schweizer Buchpreis. Und Lukas Bärfuss stellt mit «Königin der Nacht», dem Buch über seine Mutter, ein Werk vor, das erst vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Beide kommen nun im Rahmen des Lauschig-Festivals nach Winterthur. Die Gründerin Ramona Früh freut sich besonders auf Gabriele von Arnim, Judith Hermann oder Julia Engelmann, alle drei deutsche Bestsellerautorinnen. «Dass sie Winterthur beehren ist eine Seltenheit, sie touren sonst oft nur durch die grossen Städte», sagt sie. Dieses Jahr stellt das Festival erstmals Kopfhörer für Personen mit Hörbeeinträchtigung zur Verfügung. Einzelne Lesungen gibt es in Gebärdensprache. Die Veranstaltungsreihe startet Mitte Mai und dauert bis Mitte September. |
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| | Villaggio-Weg feierlich eröffnet
Mindestens 200 Personen sind zur Einweihung des «Villaggio-Weges» in Neuhegi am Donnerstagabend gekommen. Stadträtin Christa Meier (Bild) enthüllte das brandneue Ortsschild sowie die Informationstafel zur ehemaligen Villaggio-Barackensiedlung. Dort wohnten ab den späten 1940er Jahren bis Mitte 1960er Jahre Menschen, die für die Arbeit in den Winterthurer Industriehallen in die Schweiz gekommen sind. Eng, ohne Dusche und ohne dauerhaften Arbeitsvertrag lebten sie gleich neben der ehemaligen Sulzerhalle 710. Mit dem Villaggio-Weg wird der Beitrag von migrantischen Arbeitskräften an den Wohlstand in unserer Stadt erstmals öffentlich gewürdigt. (gj) |
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| | Reformierte Kirche will das Sigristenhaus sanieren
Aus Wilhelm Bareiss’ Feder stammen viele prägende Gebäude: die Bad- und Waschanstalt an der Badgasse, das Waaghaus in der Marktgasse oder eben das Sigristenhaus. Sie alle wurden vom ersten Winterthurer Stadtbaumeister um 1860 erbaut ‒ und bei allen ist in den kommenden Jahren eine Sanierung fällig. Die Reformierte Kirche beantragt bei ihren Stimmberechtigten einen Kredit von 2,3 Millionen Franken, um das Haus energetisch zu sanieren. Während das Sigristenteam im Haus bleiben wird, muss die WG im Obergeschoss ausziehen. Die Räume sollen zu Büros für den Stadtverband umgenutzt werden. Kirchenmitglieder stimmen am 14. Juni darüber ab. (Bild: Ref. Kirchen Winterthur) |
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| | Weitere Kurz-NewsIG Camping sammelt 10’000 Franken: Das Geld möchten die Initiant:innen für den Abstimmungskampf einsetzen und Plakate, Aktionen und Infomaterial finanzieren. Das geht aus einem Newsletter der IG hervor. Am 14. Juni stehen die beiden Abstimmungen zur Aufwertung des Gebiets Schützenweiher an, die IG hatte dagegen das Referendum ergriffen. Und Grüne beschliessen Stimmfreigabe: Die Grünen haben für die Abstimmungen zur Camping-Sanierung keine Ja-Parole beschlossen. Eine Mehrheit habe sich an der Mitgliederversammlung am Mittwochabend entschieden, dem Antrag zur Stimmfreigabe aus den Reihen der Jungen Grünen zu folgen, wie es in einer Mitteilung hiess. Im Parlament hatte die Partei geteilt abgestimmt. Hohe Beteiligung für Präsidiumswahl erwartet: Am Mittwochabend sind bei der Stadtkanzlei bereits rund 25’000 Stimmcouverts eingegangen. Dies berichtete der «Landbote» am Donnerstag. Das entspräche einer Wahlbeteiligung von 34,1 Prozent. |
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| Die Meisterwerke sind zurück! Feierliche Wiedereröffnung am 9. Mai Die Wiedereröffnung der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» ist endlich da. Goya, Cézanne, Renoir, Monet, Van Gogh, Picasso: Während die Meisterwerke das Haus verliessen und zum Teil auf Reisen waren, wurden die Villa und die Galerie behutsam modernisiert und die historische Parkanlage in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Damit präsentiert sich das Römerholz als erneuertes Gesamtkunstwerk mit internationaler Ausstrahlung. Türöffnung: 9. Mai um 10.45 Uhr, Festakt mit Ansprache von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Eintritt gratis. |
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| KI-Umfrage unter WNTI-Lesenden
 | Vor zwei Wochen haben wir euch gefragt, wie wir als Redaktion den Einsatz von KI deklarieren sollen. Hier sind eure Antworten ‒ und unsere Konsequenzen. |
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| KI-generierte Inhalte kommen bei WNTI praktisch nie vor. Aber wenn, dann sollen sie immer deklariert sein. Fast alle unserer Lesenden sind dieser Meinung ‒ und geben damit ein ziemlich repräsentatives Bild ab. Auch in einer gross angelegten Studie des Forschungszentrums für Öffentlichkeit und Gesellschaft an der Uni Zürich (Fög) entschieden die Befragten so. Bei Inhalten, die wir mit der Unterstützung von KI erstellt haben, etwa um grosse Datenmengen auszuwerten, werden wir das künftig klar deklarieren. Fast zwei Drittel der WNTI-Lesenden wünschen sich das. Den unterstützenden Einsatz, etwa als Rechtschreibeprüfung, beschreiben wir zwar in unserer Richtlinie. 18 Prozent unserer Lesenden wünschten sich das in jedem Beitrag. |
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| | | Egal ob Stadt, Pro Velo oder Polizei: Alle Seiten äusserten auf die Medienanfragen hin ihre Betroffenheit und die Anteilnahme am tragischen Unfall in der Velounterführung. Auch die WNTI-Redaktion wünscht allen Angehörigen und Beteiligten viel Kraft. Bis bald, Tizian |
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